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„Das sieht man sofort, dass Du einmal getanzt hast!“
„Tänzer haben so eine ganz besondere Aura!“ sind Aussagen, die wir als Ballettpädagogen oder Tänzer schon gehört haben, und das nicht ohne Grund!
Eine gute Haltung zeichnet sich in verschiedene Bereichen der Wirbelsäule aus: die Wirbelsäule ist aufgerichtet und langgezogen, so dass die Rücken- und Bauchmuskulatur im Gleichgewicht sind. Unser Becken kann dadurch in eine neutrale Position fallen, das heißt wir fallen weder in ein Hohlkreuz, noch machen wir einen Rundrücken. Durch einen offenen und beweglichen Brustkorb sind die Schultern entspannt und können frei nach unten hängen, ohne den Nacken zu verspannen. Weil im Ballett ständig daran gefeilt wird und der Körper aufgerichtet wird, ohne zu verspannen ist diese Haltung auch im Alltag sichtbar.
Leider bringt der Wandel der Zeit durch die verfrühte Nutzung von digitalen Geräten bereits bei Kindern eine unausgeglichene Körperhaltung mit sich, die sich oftmals im oberen Bereich der Wirbelsäule einschleicht. Im Nacken erkennen wir von LB Ballett-Pädagogik in den letzten Jahren Spannungen, die eine freie Haltung beim Tanzen schwierig macht. Durch die Dysbalance in der Nackenmuskulatur und im Schulterbereich kann der Kopf nicht frei genutzt werden, was für viele Balancen und Pirouetten, sowie Sprünge eine große extra Anstrengung bedeutet und die Bewegungsfreiheit und den Flow in der Bewegung beeinträchtigen.
WIE TRAINIEREN WIR EINE AUFRECHTE KÖRPERACHSE?
Für einen entspannte Nacken- und Schulterbereich ist eine starke Mitte und eine stabile Haltung der Wirbelsäule Grundvoraussetzung. Die Bauchmuskulatur hilft aktiv ohne zu verkrampfen, die Mitte zu stabilisieren. Unsere Core-Muskulatur richtet uns aktiv nach oben auf, ohne verspannt zu sein und erlaubt es uns, unsere Extremitäten leicht und frei zu bewegen. Die Ohren stehen auf einer Ebene mit den Schultern und der Nacken ist von hinten langgezogen. Unser Blick ist wach und offen, das Kinn leicht nach oben gerichtet.
Bauch und Rücken arbeiten ausgleichend:
eine aufrechte Wirbelsäule und gute Standfestigkeit.Gute Balance:
durch eine symmetrische Ausrichtung und ein gutes KörperbewusstseinAusdruck:
durch präzise Arm- und Kopfbewegungen und Freiheit in der Bewegung verleihen wir unseren Bewegungen Eleganz.
Schon kleine Dysbalancen oder fehlende Stabilität können zu Fehlhaltungen führen, die sich über die Beine bis in Rücken und Schultern fortsetzen.
Durch die ständige Nutzung von mobilen Geräten verlieren wir diese Haltung. Es bildet sich eine Ungleichgewicht zwischen den vorder- und rückseitigen Faszienketten. Wird nun der Kopf in der Tanzbewegung benutzt, hat dies oft zur Folge, dass wir unsere Achse verlieren und die Körpermitte ausgleichend dagegen steuert. Das wiederum zeichnet sich durch eine erneute Gegenbewegung im Nacken aus, weshalb und eine Balance oder Pirouette nur noch mit angespanntem Nacken und Schultern gelingen kann.
Freie Beweglichkeit und eine gute Halterung können wir im Ballettunterricht also schnell erkennen. Wie wir dagegen eine gute Mitte trainieren und die Basis für Freiheit in der Bewegung Stück für Stück aufbauen können ist Thema unseres neuen Online-Kurses
POWERHOUSE MITTE, den ihr ab Januar in unserem Online-Shop findet.
FRÜHKINDLICHE FÖRDERUNG
„Früh übt sich: Heute spielend, morgen aufrecht und elegant.“ Eine gute Haltung im Kindesalter entwickelt sich durch den Ballettunterricht. Schon zu Beginn des Unterrichts sind alle Kinder aufgefordert, mit einem geraden Rücken im Schneidersitz zu warten, bis die Stunde beginnt. Das Bewusstsein für eine lange Wirbelsäule kann mit kleinen Ritualen eingeführt werden und so die Haltung für den gesamten Unterricht begleiten. Eine Ballerina legt sich nicht auf den Boden, oder wartet mit zusammengefallenen Schultern bis die nächste Übung startet. NEIN, eine Ballerina steht gerade und aufmerksam bis sie an der Reihe ist und lostanzen kann. Diese kleinen Aufgaben für Kinder können unglaublich viel bewirken und werden nicht ohne Grund schon seit vielen Generationen im Ballettunterricht eingefordert. Anfangs fällt es den Schülern schwer, die „private Haltung“ aus dem Alltag im Ballettunterricht abzulegen, und nicht nur unseren Schülern kostet es Mühe, auch wir als Pädagogin:nen sind stets bemüht, die Kinder zu erinnern. Anfangs mag es viel Kraft kosten, die Kleinen zu erinnern und eine gute Haltung einzufordern, doch mit dieser Mühe ergibt sich nicht nur eine lange und kräftige Wirbelsäule, sondern auch aufmerksame Kinder mit einem starken Körper- und Selbstbewusstsein.
KONZENTRATION ERHÖHEN DURCH GUTES KÖRPERBEWUSSTSEIN:
Gute Haltung verbessert die Konzentration: durch eine optimale Sauerstoffversorgung wird unser Nervensystem aktiviert und die Durchblutung angeregt. Das sorgt für mehr Energie, klareres Denken und weniger Müdigkeit.
Unser Geist und unser Körper arbeiten eng zusammen. Insbesondere im Ballett wird diese Zusammenarbeit klar. Wer sich die Übungsfolge nicht merken kann, kann keine Schritte aneinander reihen, wer sich geschmeidig bewegen möchte muss Stress vermeiden, sowohl im Geist, als auch im Körper. Durch eine aufgerichtete Haltung vermeiden wir Stress und Verspannungen, die sich in einer selbstbewussten Körpersprache und guten Stimmung widerspiegeln.
Gute Gedanken und Erfolg bei der Ausführung von Übungen motivieren und helfen dabei, die nächsten Schritte mit Spaß und guter Energie zu meistern. Somit bleibt nicht nur der Spaß, sondern auch die Konzentration hoch!
WARUM GUTE HALTUNG UNSERE GESUNDHEIT ERHÄLT
Wusstest Du, dass durch eine schlechte Haltung auch unsere Lunge und die inneren Organe in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden? Tänzerische Fähigkeiten wie lange Sprungsequenzen sauber auszuführen, oder Pirouetten en suite zu drehen, oder Balancen auf der Spitze zu kontrollieren, können nur mit einer guten fließenden Atmung=Bewegungsfreiheit und folglich optimal versorgter Muskulatur über einen längeren Zeitraum gesund ausgeführt werden. Dass sich dieses Bewusstsein für unseren Körper durch das Training im Ballett nach einigen Jahren äußerlich abzeichnet und uns als Tänzer von den nicht-Tänzern unterscheidet ist eine schöne Begleiterscheinung und wohl auch etwas, das von Menschen außerhalb des Ballettsaals wahrgenommen wird.
MERKE: Eine gute Haltung trägt stark zur Gesundheit bei, weil sie den Körper so ausrichtet, wie er anatomisch am besten funktionieren kann. Dadurch werden Gelenke, Muskeln und Organe entlastet und arbeiten effizienter. Fehlhaltungen, Überlastung oder gar Schmerzen können so erst gar nicht entstehen. Durch die aufgerichtete Haltung können wir tief und frei atmen, und unsere Zellen werden optimal mit Sauerstoff versorgt. Davon profitiert auch unsere Verdauung und alles kann harmonisch zirkulieren.
Wenn wir uns harmonisch und effiziente bewegen werden die Gelenke weniger abgenutzt und wir sind länger vor Gelenkverschleiß geschützt.
In unserer Zertifizierten Ausbildung für Ballettpädagogik lernst Du die wichtigen Schlüsselpunkte für eine gute Haltung und die angemessenen Trainingsreize für eine altersgerechte Entwicklung Deiner Schüler. Unser Ausbildungsprogramm ist individuell auf Deine Ziele und Voraussetzungen abgestimmt und kann in drei Modulen absolviert werden. Bist Du neugierig geworden? Dann melde Dich noch heute zum Kostenlosen und unverbindlichen Infogespräch an: Datum & Uhrzeit wählen – Calendly an. Wir freuen uns Dich persönlich kennenzulernen. Wähle einen Termin auf unserer Website, oder schreib uns eine Nachricht über das Kontaktformular.